Herausragende Familienmitglieder

12. Nov 2009

Schlacht bei Tannenberg

1410 kam es zum großen Zusammenstoß des polnisch-litauischen Heeres mit dem Deutschen Orden unter dem berühmten Hochmeister Ulrich v. Jungingen. Die Schlacht bei Tannenberg (polnisch: Schlacht bei Grunwald) war eine der größten und letzten Ritterschlachten.

Hierbei bereitete Graf Andreas IV v. Tenczin, geb. 1378 gest. 1412, als Befehlshaber der polnischen Reiterei dem Orden eine vernichtende Niederlage. Auf alten Gemälden weht an der Spitze der polnischen Reiterei bei Tannenberg die Fahne mit unserem Wappen.

In Folge wurde das ganze Ordensland besetzt. Zahlreiche polnische Lieder halten dieses Großereignis wach. Damit begann für das Polen die Herrschaft der Jagellionen – das „goldene Zeitalter“.

Adel und Bürgertum

Im Jahre 1461 nahmen die Gegensätze zwischen Bürgertum und Adel extreme Formen an, im Mittelpunkt stand unser Vorfahr, Jedrzey v. Tenczyn.

Am 16. Juli 1461 beschimpfte und verprügelte dieser angesehene Ritter den Plattner Klemens, weil dieser ihm nicht rechtzeitig seine Rüstung für den Feldzug angefertigt hatte. Klemens eilte ins Rathaus, sich zu beklagen, und die Ratsherren stellten sich hinter den geschädigten Bürger. Eine Delegation begab sich aufs Schloss des Königs und bat die Königin Elisabeth um Gerechtigkeit. Diese versprach, die Angelegenheit zu klären.

In der Zwischenzeit durchlief die Kunde von dem Streit die ganze Stadt, die durch das überhebliche Verhalten von Tenczyński, der demonstrativ durch die Straßen schlenderte, noch mehr aufgebracht wurde. Es kam zu Unruhen. Im letzten Augenblick konnte Tenczyński in die Sakristei der Franziskanerkirche flüchten. Doch jemand verriet das Versteck. Die Bürger hoben die schwere Tür aus, zerrten ihn hinter den Schränken hervor und erschlugen ihn.

Das ganze adlige Polen wandte sich jetzt gegen die Bürger von Krakau, und keine Stadt wagte es, sich hinter ihre Standesmitbürger zu stellen. Der König Kazimierz, der Tenczyński persönlich zugetan war, und ihn gerade mit einer wichtigen militärischen Aufgabe betrauen wollte, war wütend und ergriff, ohne zu zögern, die Partei des Adels. In einem bevorstehenden Feldzug des l3jährigen Krieges war er auf den Adel angewiesen.

Die Ratsherren wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet, ohne zu berücksichtigen, dass nur das Stadtgericht über sie Recht sprechen durfte, gemaß den städtischen Privilegien.

Kopernikanisches Zeitalter

stanislaw_tenczinski

Für einen weiteren, entscheidenden Wandel in Polen steht wieder ein Vorfahr. Ein Bild im Wawelschloss zu Krakau soll eine der besten Aussagen sein über den Menschen eines neuen, des Kopernikanischen Zeitalters. Das Gemälde stellt den jungen Grafen Stanislaw Tecziński dar, einen der letzten dieses großen Hauses, der selber jung starb (1611 – 1634).

Er trägt die reiche Kleidung des Adels seiner Tage, den pelzgefütterten langen Überrock mit den zierlichen Silberknöpfen, dazu die Mütze mit Agraffe und Federn. Frei und selbstbewusst wendet er sein noch knabenhaftes Gesicht dem Beschauer zu.

Entscheidend an diesem Bild ist dies: wohl trägt Stanislaw Tenczinski das Schwert an der Seite, aber seine Hand ruht nicht darauf, sondern auf dem Buch, das neben ihm auf den Tisch liegt.

Und das ist ein das Land prägender Unterschied: der Adel beruft sich nicht mehr auf seine kriegerische Macht – der moderne Junker kann lesen! Geist – Individualismus – Bildung.

Starke Frauen

Als ausgesprochenes Mannweib ist im 18. Jahrhundert die schlesische Gräfin Helene v. Tenczyn bekannt geworden. Über ihrem Bett hingen stets zwei geladene Pistolen.

Und als sie beim Eintreffen der Nachricht vom Tode ihres ersten Mannes ohnmächtig wurde und ihr ein Diener deshalb angezündeten Schwefel unter die Nase hielt, da ergriff sie eine Pistole und hätte den Bedienten um ein Haar erschossen.

Wieder Prototyp einer Zeitenwende?

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